Die Kerwa is kumma,
die Kerwa is da…

Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit: Seebacher Kerwa – fünfte Jahreszeit – Ausnahmezustand.

 

Traditionell findet die Seebach Kerwa (für nicht-fränkische Mitleser: großenseebacher Kirchweih) am ersten Wochenende im September statt. Dies war heuer vom 4. bis 8. September.

 

Los geht’s donnerstags mit der Schlachtschüssel. Freitag dann ist „Anstich“.

 

Kerwa in Großenseebach

 

Am Samstag wird dann der Kerwas-Baum aus dem Wald geholt und aufgestellt – und bewacht bis Montag. Wird der Baum nämlich vor dem „Raustanzen“ am Montag von Fremden geschält, ist die Kerwa beendet – theoretisch zumindest. Schande und Gespött wären in diesem Fall sicher. Der Seebacher Baum war dieses Jahr stolze 34 Meter hoch.
Überhaupt ist der Baum eine der wichtigsten Traiditonen an der fränkischen Kerwa. Jedes Dorf will den schönsten und höchsten Baum aufweisen können.  Und wehe da geht irgendwas schief.
Blicken wir zum Beispiel in das Nachbardorf Weisendorf. Dort fand die Kerwa eine Woche eher statt. Dort hatte man dieses Jahr nur einen Baum mit knapp über 20 Metern. Und dann: man schaffte es nicht, ihn aufzustellen. Hilfe aus Buch musst anrücken – was für eine Schande.

 

Sonntags werden dann die Küchle zamgspield – die Kerwasburschen ziehn von Haus zu Haus, singen ein kurzes Lied und bekommen dafür ein wenig Trinkgeld.

 

Der Montag geht dann wieder traditionsbeladen weiter. „Betzn raustanzen“ und „Gecher badschn“ steht auf dem Programm.

Beim Betzn Raustanzen zeigen die Ortsburschen „ihre Madle“. Es geht rings um den Kerwas-Baum. Dabei werden kurze Liedchen gesungen, in denen es meist um aktuelle Erignisse im Dorf geht oder umliegende Dörfer verspottet werden. So war dieses Jahr beispielsweiße die mangelde Stimmung auf der weisendorfer Kerwa auf dem Programm.

Dabei läuft (verdeckt) ein Wecker. „Gewonnen“ hat, wer beim Klingeln singt.

 

Danach steht das „Gecher badschen“ auf dem Programm. In der Nacht vorher wurde ein Gecher (Gockel) aus dem Dorf „ausgeliehen“. Keine Angst, dieser wird nicht erschlagen – Opfer ist nur eine Blechbüchse. Geschlagen wird mit einem Birkenstock und verbundenen Augen. Der Sieger gewinnt symbolisch den erwähnten Gecher.

 

Was natürlich auch nicht feheln darf ist Essen und vor all em Trinken. Traditionell gibts zur Seebacher Kerwa die ersten Karpefen im Jahr – die aischgründer Spiegelkarpfen. Dau Kartoffelsalt und „Ingreisch“ – der Rogen und die Samenzellen („Rogner“ und „Milchner“) des Karpfens in Mehl gewendet und im Fett ausgebacken.

 

 

Die Seebacher Kerwa is a Kerwa wies g’hörd,
ka Bobbycar-Renna, ka ortsfremde Wirt!

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